1998, nach Jahren des Musikmachens in diversen Bands, machte Nagel3 sich die ersten Gedanken über die Möglichkeiten des Livesamplings. Bedingt durch die technischen Entwicklungen in der Musikproduktion waren die digitalen Medien permanent Teil des musikalischen Handelns. So gründete er u.a. mit Michael Hübinger das Projekt 'audiell', das hauptsächlich digital Musik für Kurz- und Imagefilme komponiert.

Als 'analoger' Musiker fehlte es aber Nagel3 bei der digitalen Produktionsweise häufig an intuitiver und auf die Situation eingehender Interaktion. Dieses intensivierte die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten des Livesamplings.

2004/5 experimentierte er bei mehreren Sessions mit einem Schlagzeuger und Gitarristen. Die Instrumente wurden mit Mikrophonen abgenommen und über den Computer direkt modifiziert. Die dadurch entstehenden Sounds sollen nicht das analoge Klangbild bestimmen, sondern sich als weiteres Instrument einfügen. Neben diesen Livesounds benutzt Nagel3 auch vorbereitete Samples und Synthiklänge. Diese Arbeitsweise, die auch in Zukunft weiterentwickelt wird, ist ein wesentlicher Teil der Nagel3 Projekte.

Ein weiteres Interesse besteht im Arbeiten mit dem Raumklang. Bei diesen Klanginstallationen werden im Raum Mikros verteilt und im gleichen Verfahren wie mit den Musikern modifiziert. Inzwischen benutzt Nagel3 auch Bewegungsmelder und Trigger um nicht nur mit dem Klang, sondern auch mit der Bewegung im Raum zu arbeiten. Die eingehenden Signale lösen per Midi Aktionen auf Samplern und Syntheszizern aus.

Im Gegensatz zur Zusammenarbeit mit Bands, möchte Nagel3 in einer Live-Präsentation nicht den Eindruck einer Konzertsituation herstellen. Idealerweise soll der Sound nicht im Mittelpunkt stehen, sondern ähnlich wie die Beleuchtung, die Raumatmosphäre mitgestalten.